{"id":63298,"date":"2018-12-07T00:00:00","date_gmt":"2018-12-07T00:00:00","guid":{"rendered":"http:\/\/blog.mozilla.org\/foxtail\/2018\/12\/07\/teil-3-regierungen-werden-das-verlangen\/"},"modified":"2018-12-07T00:00:00","modified_gmt":"2018-12-07T00:00:00","slug":"teil-3-regierungen-werden-das-verlangen","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/blog.mozilla.org\/de\/unkategorisiert\/teil-3-regierungen-werden-das-verlangen\/","title":{"rendered":"Teil 3 \u00bbRegierungen werden das verlangen\u00ab."},"content":{"rendered":"<p>Als der US-General George Marshall um 1940 zum ersten Mal NS-Propagandafilme gesehen hatte, nahm er den dreifachen Oscar-Preistr\u00e4ger Frank Russell Capra zur Seite und bestellte seinerseits eine Serie, mit deren Hilfe er die \u00f6ffentliche Meinung in den USA zugunsten einer Kriegsbeteiligung ver\u00e4ndert wollte. Die au\u00dferordentlich erfolgreiche Serie, die Capra produzierte, hie\u00df \u201cWhy We Fight\u201d und popularisierte einen Propagandaausdruck, der f\u00fcr den Blick auf die Welt bis 1990 wesentlich blieb \u2013 den Begriff der \u201cFreien Welt\u201d.<\/p>\n<p>1990 schien es kurzzeitig so, als h\u00e4tte die \u201cFreie Welt\u201d gewonnen. Im wiedervereinigten Deutschland verblasste die Erinnerung an die gro\u00dfen Demonstrationen der fr\u00fchen achtziger Jahre gegen Volksz\u00e4hlung, staatliche \u00dcberwachung und den Eingriff in die Privatsph\u00e4re. Besonders die heranwachsende Generation entdeckte den Computer als gro\u00dfartige M\u00f6glichkeit, sich der elterlichen Aufsicht zu entziehen, w\u00e4hrend diese nebenan fernsahen.<\/p>\n<p>Im August 1981 hatte IBM seinen ersten PC pr\u00e4sentiert und zusammen mit Empork\u00f6mmlingen wie Apple, Commodore oder Atari einen vollkommen neuen Markt erschlossen. Der etwa gleichzeitig einsetzende Boom der Video-Spiele (Pac Man erschien 1980) f\u00fchrte allm\u00e4hlich auch in Deutschland dazu, dass die Bev\u00f6lkerung den Computer als gesellschaftliche M\u00f6glichkeit entdeckte. Der Computer war jetzt nicht mehr staatlich, sondern \u201c<em>personal<\/em>\u201d. Er erschien nicht mehr als Bedrohung, sondern als Verhei\u00dfung.<\/p>\n<p>Auch in Ostdeutschland gab es Ende der achtziger Jahre trotz Wirtschaftsembargo sch\u00e4tzungsweise 200.000 Commodore 64 oder Atari ST, die f\u00fcr den Preis eines Neuwagens zwischen 12.000 und 40.000 Mark gehandelt wurden. Der \u201eVolkseigene Betrieb\u201c Robotron hatte mit dem <a href=\"http:\/\/www.robotrontechnik.de\/index.htm?\/html\/computer\/bausaetze.htm\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Z1013<\/a> einen osteurop\u00e4ischen PC entwickelt, doch er kam, wie alles, was man in Ostdeutschland gerne haben wollte, mit einem Jahr Wartezeit und als Bausatz.<\/p>\n<p>Die Frage nach dem Computer in der Gesellschaft l\u00f6ste sich in der Folge von der B\u00fcrgerrechtsbewegung. Sie erschien jetzt im Kontext von Innovation und Wirtschaftspolitik und die Privatsph\u00e4re war nur noch das Recht, keine Werbung sehen zu m\u00fcssen. Facebook und Google schalten im Herbst 2018 gro\u00dfe Kampagnen, die das Problem genau in diesem Rahmen halten wollen, obwohl es l\u00e4ngst um ganz andere Szenarien geht als um das Klicken eines Werbebanners.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1086\" aria-describedby=\"caption-attachment-1086\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1086 size-medium\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/IMG_2691-e1542313181931-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1086\" class=\"wp-caption-text\">Facebook und Google werben im Herbst 2018 um Vertrauen. Foto: privat.<\/figcaption><\/figure>\n<p><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"alignright wp-image-1087\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/IMG_2692-e1542313062903-300x400.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"400\" \/><\/p>\n<p><b>Wer beherrscht die deutschen Daten?<\/b><\/p>\n<p>Im gleichen Jahr wie die Wiedervereinigung wurde das Internet f\u00fcr die kommerzielle Nutzung freigegeben. Die erste Suchmaschine (Archie) erschien noch 1990 und drei Jahre sp\u00e4ter folgten die ersten Werbeanzeigen auf Webseiten.<\/p>\n<p>Die Deutschen durchsuchten das Internet damals vor allem mit den Maschinen von Altavista und Lycos Europe, das seit 1997 zum damals gr\u00f6\u00dften Medienkonzern der Welt, dem deutschen Bertelsmann-Konzern, geh\u00f6rte. Vier Jahre sp\u00e4ter hatte Google alle Mitbewerber aus dem Markt gedr\u00e4ngt. Lycos war pleite und der Marktanteil von Google in Deutschland bei der Internetsuche betr\u00e4gt seither \u00fcber 90 Prozent. Wer \u00fcber deutsche Daten reden will, muss \u00fcber Google sprechen.<\/p>\n<p>Die gro\u00dfe Leistung von Google bestand darin, den wissenschaftlich-staatlichen Teil des Internets mit dem kommerziellen zu verbinden. Larry Page und Sergey Brin, die zu Beginn noch ganz den universit\u00e4ren Prinzipien verpflichtet waren, erkannten, dass eine Suchmaschine dynamisch und intelligent sein musste, um relevante Ergebnisse zu liefern. Eric Schmidt, der 2001 zu Google kam, kommerzialisierte die Suchmaschine.<\/p>\n<p>Beides funktionierte nur mit einer ungeheuren Menge von Daten. Einen Algorithmus zu programmieren, der die Suchanfrage eines Nutzers mit anderen Daten kombiniert, um zu erahnen, wonach der Nutzer wirklich sucht, hat an sich nichts R\u00e4tselhaftes. Wenn der Algorithmus aber der beste der Welt sein soll, muss die Maschine immer feinere Typen und Kategorien finden und daf\u00fcr muss sie so h\u00e4ufig wie m\u00f6glich genutzt werden.<\/p>\n<p>Hinzu kam aber noch etwas anderes: Als Werbung im Internet neu war, wollte die Werbeindustrie begreiflicherweise wissen, wie viele Nutzer auf ihre Werbe-Banner klicken und mindestens genauso interessant fanden sie es, was Nutzer tun, wenn sie nicht auf die Banner klicken. Google hatte f\u00fcr beide Fragen eine brilliante L\u00f6sung.<\/p>\n<p>Die Tracking-Software der Firma Urchin konnte Ende der 1990er Jahre das Nutzerverhalten auf einer Webseite innerhalb von 15 Minuten auswerten. Vor Urchin hatte dieser Prozess 24 Stunden gedauert und so war es nicht verwunderlich, dass Urchin innerhalb weniger Monate zum Standard-Analyse-Tool aufstieg.<\/p>\n<p>2005 kaufte Google das Unternehmen, gab dem Dienst den Namen Google Analytics und stellte die Software, wie alle seine Dienste, unentgeltlich (nicht zu verwechseln mit kostenlos) zur Verf\u00fcgung. Google konnte nun mit seinen Kunden Wetten darauf abschlie\u00dfen, auf welchen Pixel ein User mit welcher Wahrscheinlichkeit klickt und \u00fcber GoogleAdsense den Preis daf\u00fcr verhandeln.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1109\" aria-describedby=\"caption-attachment-1109\" style=\"width: 429px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1109\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/Schmidt-Brin-Page-20080520-300x228.jpg\" alt=\"\" width=\"429\" height=\"326\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1109\" class=\"wp-caption-text\">Investoren w\u00e4hlten Eric Schmidt als Aufpasser f\u00fcr Sergey Brin and Larry Page. Foto: creative commons.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Es liegt auf der Hand, dass die Daten, die Google sammelte, um die Wirksamkeit der Werbung nachzuweisen, auch als Metadaten funktionieren. F\u00fcr die Geschichte der Metadaten ist es entscheidend, dass die Kette der Informationen immer bei einer einzelnen Person endet, denn das Endziel besteht ja darin, Nutzern ma\u00dfgeschneiderte Werbung anzubieten.<\/p>\n<p>Das ber\u00fcchtigte Zitat von Eric Schmidt &#8222;Wir wissen, wo du bist. Wir wissen, wo du warst. Wir wissen mehr oder weniger, wor\u00fcber du nachdenkst.&#8220;\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> es ist das Ergebnis einer geisteswissenschaftlichen Interpretation \u00f6konomischer Daten. Es ist aber auch die Grundlage eines der erfolgreichsten Gesch\u00e4ftsmodelle in der Geschichte der Menschheit.<\/p>\n<p>Google hat als erstes Unternehmen erkannt, dass die Interpretation von Daten die zeitgen\u00f6ssische Version des Gedankenlesens ist und aus der Menschenkenntnis, die daraus resultiert, hat Google Produkte entwickelt, die die Menschen wirklich haben wollten.<\/p>\n<p>Die Zahl der Daten, die man heute ben\u00f6tigt, um mit einer Maschine wie Google zu konkurrieren, kann nur in den Sprachen Englisch und Chinesisch erzeugt werden. M\u00f6glicherweise ist es m\u00f6glich, in Nischen und auf lokaler Ebene besser zu sein als Google (in Deutschland sind die Suchergebnisse auf lokaler Ebene oft schwach), doch bei allgemeineren Fragen wird der Markt von alleine keine Alternative mehr hervorbringen k\u00f6nnen.<\/p>\n<p>Anders verh\u00e4lt es sich bei Sozialen Netzwerken. Sie k\u00f6nnen im Grunde relativ leicht durch andere ersetzt werden, wie das Beispiel Myspace und auch StudiVZ eindrucksvoll belegen. Dabei sagt es viel \u00fcber die deutschen Nutzer zu Beginn der Jahre 2005 bis 2007 aus, dass sie sich auch hier gegen eine deutsche und f\u00fcr eine amerikanische Variante entschieden haben.<\/p>\n<p><b>Warum hatten deutsche soziale Netzwerke keinen Erfolg? <\/b><\/p>\n<p>Ende 2006 rief Marc Zuckerberg die beiden deutschen Gr\u00fcnder Ehssan Dariani und Dennis Bemmann an und bot ihnen sechs Prozent der Facebook Aktien an. Dariani und Bemmann hatten n\u00e4mlich etwas, was Zuckerberg nicht hatte: ein soziales Netzwerk in Deutschland.<\/p>\n<p>StudiVZ, so hie\u00df das Netzwerk, hatte fast 20 Millionen Nutzer und obwohl das Netzwerk eine ziemlich dreiste Kopie von Facebook war, schien es damals unm\u00f6glich, als US-amerikanisches Netzwerk StudiVZ vom deutschen Markt zu verdr\u00e4ngen. Das Netzwerk hatte allerdings einen Haken: Wenn man eine fl\u00fcchtige Uni-Bekanntschaft ein wenig ausspionieren wollte, bekam diese den Besucher in einem Nachrichtenfensters angezeigt.<\/p>\n<p>\u201eNiemand war bereit, sich diese Bl\u00f6\u00dfe zu geben\u201c, schrieb ein Nutzer zum Abschied von StudiVZ. Bei Facebook konnte man 2006 anonym noch durch die Profile von Freunde der Freunde der Freunde scrollen, ohne dass diese etwas von dem Besuch merkten.<\/p>\n<p>Obwohl Facebook 2007, ein Jahr vor seiner deutschsprachigen Version, mit einem Web Beacon bereits seinen zweiten die Privatsph\u00e4re betreffenden Skandal ausl\u00f6ste, \u00fcberholte die Nutzerzahl das Netzwerk seine deutschen Konkurrenten bereits 2009.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1113\" aria-describedby=\"caption-attachment-1113\" style=\"width: 441px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1113\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/Screenshot-2018-11-27-at-21.13.57-300x188.png\" alt=\"\" width=\"441\" height=\"276\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1113\" class=\"wp-caption-text\">Das Museum eines Sozialen Netzwerkes: Die Zahl der Nutzer von StudiVZ fiel von fast 20 Million auf vierzig tausend. Foto: screenshot<\/figcaption><\/figure>\n<p>StudiVZ war in der Zwischenzeit an das Verlagshaus Holtzbrinck verkauft worden und die Strategie der Verleger lautete: Wir werden nichts unternehmen, was dem deutschen Datenschutz widerspricht. Holtzbrinck-Manager behaupteten sp\u00e4ter, der zweite Versuch von Facebook, das Netzwerk zu kaufen, sei an den strengen deutschen Datenschutz-Richtlinien gescheitert.<\/p>\n<p>Die Facebook-Unterh\u00e4ndler erkannten sofort, dass der strenge deutsche Datenschutz nicht zu ihrem Gesch\u00e4ftsmodell passte und es sehr viel besser war, die Regulierungsl\u00fccken des Internets zu nutzen, um deutsche Kunden unter den Bedingungen der lockeren US-Datenschutzbedingungen zu registrieren.<\/p>\n<p>In der R\u00fcckschau erscheinen die Jahre 2006\/2007 deshalb als entscheidende Z\u00e4sur, weil im gleichen Jahr Google den in Deutschland ebenfalls schon sehr popul\u00e4ren Video-Dienst YouTube \u00fcbernahm und den Kartenservice Google Maps startete. Deutschland verlor endg\u00fcltig die Kontrolle \u00fcber das Internet und musste darauf vertrauen, dass private Unternehmen in den USA verantwortungsvoll mit der Privatsph\u00e4re der deutschen Bev\u00f6lkerung umgehen w\u00fcrden.<\/p>\n<p>Der immer st\u00e4rkere Datenstrom aus Deutschland in die USA interessierte aber nicht nur private Werbeunternehmen, sondern auch die Geheimdienste und die \u00dcberwachungs-Industrie. Dabei spielte es eine gro\u00dfe Rolle, dass Deutschland\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> seit 1945 eines der umk\u00e4mpftesten Spionage-Gebiete der Welt\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> nach dem 11. September 2001 unter Generalverdacht stand.<\/p>\n<p><b>Hat Facebook seinen Erfolg dem Terrorismus zu verdanken?<\/b><\/p>\n<p>Wenige Tage nach dem Anschlag auf das World Trade Center am 11. September 2001 war klar, dass das Attentat in Hamburg geplant worden war. \u201cWir sind eine kleine Gruppe junger M\u00e4nner aus verschiedenen arabischen L\u00e4ndern\u201d, schrieb Mohammed Atta per E-Mail einige Monate vor den Anschl\u00e4gen, und \u201cm\u00f6chten gern mit der Ausbildung f\u00fcr Flugzeug-Berufspiloten beginnen.&#8220;<\/p>\n<p>Den US-Sicherheitsdiensten war bekannt, dass die M\u00e4nner einreisen wollten und es gab auch zahlreiche verd\u00e4chtige Momente, die in den Computern der CIA nur darauf warteten, miteinander kombiniert zu werden. Doch genauso wie der Mord am deutschen Arbeitgeber-Pr\u00e4sidenten Hans-Martin Schleyer 1977 scheiterte eine m\u00f6gliche Pr\u00e4vention daran, dass durch menschliches Versagen nicht die richtigen Metadaten erzeugt wurden.<\/p>\n<p>John O&#8217;Neill, Chef der Spionageabwehr des FBI und eine Art Kapit\u00e4n Ahab der Terrorismusbek\u00e4mpfung, hatte lange vor dem 11. September vor einem Anschlag von Al Qaida in den USA gewarnt. Er verfolgte Osama Bin Laden seit Jahren und war einer der profiliertesten Experten des Terrornetzwerkes.<\/p>\n<p>H\u00e4tte die CIA O\u2019Neill dar\u00fcber informiert, dass zwei von Bin Ladens engsten Mitarbeitern gerade dabei waren, mit Visa in die USA einzureisen, h\u00e4tte dieser vermutlich sofort geschaltet. Stattdessen quittierte er frustriert den Dienst und starb unter den Tr\u00fcmmern des World Trade Centers, wo er wenige Tage vor dem Anschlag vom 11. September seinen Dienst als Sicherheitschef begonnen hatte.<\/p>\n<p>Die USA reagierten auf diesen Fehler mit dem Regierungsprogramm \u201cTotal Information Awareness\u201d. Der offizielle Name wurde sp\u00e4ter zwar aus guten Gr\u00fcnden in \u201cTerrorism Information Awareness\u201d umbenannt, doch wenn man bedenkt, was in der Folge im Internet geschah, war der erste Name die sehr viel treffendere Bezeichnung.<\/p>\n<p>Den Initiatoren des Programms ging es darum, den Menschen als schw\u00e4chstes Glied der Kette aus dem Prozess m\u00f6glichst herauszuhalten und die Ermittlungsarbeit an vermeintlich unbestechliche Algorithmen zu \u00fcberweisen.<\/p>\n<p>Die Methode, die dem TIA zugrunde lag, war deshalb nichts anderes als eine globalisierte negative Rasterfahndung, die in Deutschland in den 1970er Jahren vom BKA Chef Horst Herold (siehe Teil 1) erfunden worden war.<\/p>\n<p>Die Sicherheitsarchitektur erhielt vollkommen neue Grundlagen und massenhafte Datenerhebungen waren die Folge. Sicherheitsbeh\u00f6rden erhielten weitreichende Rechte gegen\u00fcber \u201cverd\u00e4chtigen Personen\u201d und konnten im Zweifel selbst bestimmen, wer oder was mit dem Terminus \u201cverd\u00e4chtige Person\u201d gemeint war.<\/p>\n<p>Doch Anfang des Jahrtausends war es noch nicht so leicht, die richtigen Metadaten zu erheben und miteinander zu kombinieren. Deutsche Fahnder werteten nach den Anschl\u00e4gen zwar 8,3 Millionen Datens\u00e4tzen aus, konnten aber nur ein einziges Ermittlungsverfahren einleiten. Kein Wunder also, dass die Sicherheitsdienste einen neidischen Blick auf die kommerziellen Daten der aufstrebenden Internetunternehmen warfen.<\/p>\n<p>Gegen die krassen Eingriffe in die Privatsph\u00e4re war unmittelbar nach dem 11. September nur schwerlich zu argumentieren. Selbst B\u00fcrgerrechtler und Aktivisten standen unter Schock und akzeptierten die Lage als Ausnahmefall. Der deutsche Bundestag verl\u00e4ngerte das eigentlich auf f\u00fcnf Jahre befristete Gesetzt deshalb um weitere f\u00fcnf Jahre und gab dem Gesetz den klangvollen Namen <a href=\"https:\/\/www.bmi.bund.de\/SharedDocs\/downloads\/DE\/gesetztestexte\/Terrorismusbekaempfungsergaenzungsgesetz.html\">\u201eTerrorismusbek\u00e4mpfungs-Erg\u00e4nzungsgesetz\u201c.<\/a><\/p>\n<p>Das Netz hatte seine Unschuld endg\u00fcltig verloren. Die Abfrage von Bank-, Flug-, Post- und Telekommunikationsdaten war nun leichter und die Online-Durchsuchung privater Computer geh\u00f6rte bald zum Standard-Programm der Polizei. Die Sicherheitsbeh\u00f6rden speicherten Daten auf Vorrat und schlossen ihre Datenbanken zu einem Internet im Internet zusammen.<\/p>\n<p>All dies h\u00e4tte gleichwohl wenig Erfolg gehabt, wenn nicht gleichzeitig eine riesige Datenindustrie entstanden w\u00e4re, die den Menschen beim Shoppen beobachtete, private Gespr\u00e4che, Bewegungsprofile und selbst die Laune nach dem Aufstehen mitschnitt und auswertete.<\/p>\n<p>Regierungen h\u00e4tten gegen die eigenen Interessen gehandelt, wenn sie einen Konzern wie Facebook strenger reguliert oder am Erheben von Daten gehindert h\u00e4tten, denn niemals w\u00e4re der Staat in der Lage gewesen, diese immense Anzahl von pers\u00f6nlichen Informationen auf andere Weise zu beschaffen.<\/p>\n<p><b>Wenn wir den Tod \u00fcberlisten k\u00f6nnen, m\u00fcssen wir dann Kriminalit\u00e4t hinnehmen?<br \/>\n<\/b>Das Internet ist ein Kabelmedium, was sofort f\u00fchlbar wird, wenn man einen Computer \u00fcber ein LAN-Anschluss direkt mit dem Kabelnetz verbindet (der Anteil an Datentransfer \u00fcber Satellit liegt immer noch im kleinen einstelligen Prozentbereich) und diese Kabel geh\u00f6ren jemanden.<\/p>\n<p>Knapp vier Milliarden Menschen nutzen das Internet. Es gibt aber nur etwas mehr als 400 Tiefseekabel, die das Internet zusammenhalten. Abgesehen vom modernsten und schnellsten Kabel, das Facebook und Microsoft von Virginia Beach nach Bilbao gelegt haben haben, geh\u00f6ren die Tiefseekabel gro\u00dfen Konsortien, die untereinander nicht konkurrieren, sondern jeweils eine Weltregion organisieren. Amerika wird von TE Subcom, Asien von NEC versorgt. Das Europ\u00e4ische Netz geh\u00f6rt seit 2016 der finnischen Nokia.<\/p>\n<p>F\u00fcr Geheimdienste sind das paradiesische Zust\u00e4nde. Nach Deutschland kommen die Daten \u00fcberwiegend \u00fcber das Transatlantisches Telefonkabel Nr. 14 und es ist wohl ausgeschlossen, dass der britische Geheimdienst <a href=\"https:\/\/de.wikipedia.org\/wiki\/GCHQ\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">GCHQ<\/a> und die <a href=\"https:\/\/netzpolitik.org\/2013\/glasfaserkabel-und-spionage-u-boote-wie-die-nsa-die-nervenzentren-der-internet-kommunikation-anzapft\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">NSA<\/a> fast alle Telefongespr\u00e4che aus Deutschland aufzeichnen, ohne sich in irgendeiner Form mit den Netzbetreibern dazu abgestimmt zu haben.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1088\" aria-describedby=\"caption-attachment-1088\" style=\"width: 445px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"wp-image-1088\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/Map_TAT-14-300x194.png\" alt=\"\" width=\"445\" height=\"288\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1088\" class=\"wp-caption-text\">Das Kabel T 14 verbindet das Internet Deutschlands mit den USA. Foto Creative Commons.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, immer mehr Metadaten zu erzeugen, hat die Polizeiarbeit grundlegend ver\u00e4ndert. Die &#8222;Kriminalgeologie&#8220;, die Horst Herold in den 1970er Jahren erfunden hatte, wollte errechnen, wann und wo mit welcher Wahrscheinlichkeit ein Verbrechen begangen w\u00fcrde. Mit den Metadaten von heute geht man einen entscheidenden (und h\u00f6chst diskutablen) Schritt weiter. Man m\u00f6chte wissen, <i>wer<\/i> das Verbrechen begehen wird.<\/p>\n<p>Noch im August des Jahres 2018 <a href=\"https:\/\/www.stiftung-nv.de\/de\/publikation\/transkript-zum-hintergrundgespraech-predictive-policing-deutschland\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">sagte Joachim Eschemann<\/a>, Leiter des Referats f\u00fcr Kriminalit\u00e4tsangelegenheiten im D\u00fcsseldorfer Innenministerium, man ben\u00f6tige eigentlich keine personenbezogene Daten, wenn man in einer bestimmten Region Kriminalit\u00e4t verh\u00fcten m\u00f6chte. Die Identit\u00e4t des T\u00e4ters spiele erst nach der Tat bei Ermittlungen eine Rolle.<\/p>\n<p>Die Polizei in Hessen ist dennoch der Ansicht, dass getan werden musss, was getan werden kann. Sie setzt zum Entsetzen von B\u00fcrgerrechtlern <a href=\"https:\/\/www.sueddeutsche.de\/digital\/palantir-in-deutschland-wo-die-polizei-alles-sieht-1.4173809\">eine Software des Unternehmens Palentir<\/a> ein, die von der deutschen Investorenlegende Peter Thiel mitbegr\u00fcndet wurde und die vielsagend den Namen einer Stadt aus der Batman-Saga tr\u00e4gt: Gotham.<\/p>\n<p>Gotham ist dazu da, Verbrechen vorauszusagen, weshalb die Software bereits vorhandene Informationen aus polizeilichen Datenbanken mit offen einsehbare Informationen etwa aus sozialen Netzwerken kombiniert. Peter Thiel, der als Anh\u00e4nger des Transhumanismus nicht einmal den Tod als unver\u00e4nderbare Tatsache akzeptiert, kann nat\u00fcrlich vor so etwas Irdischem wie Kriminalit\u00e4t nicht die Waffen strecken.<\/p>\n<p>Doch Thiel ist nicht der Einzige, der f\u00fcr eine merkw\u00fcrdige Hinwendung des Silicon Valley zum Staat steht. Eric Schmidt, der 2009 Obama und sp\u00e4ter Hillary Clinton beriet, wechselte nach seinem Ausscheiden bei Google 2016 ausgerechnet ins Pentagon.<\/p>\n<p>Der einzige Weg, so Schmidt 2010, Gefahren im Netz zu begegnen, sei echte Transparenz und keine Anonymit\u00e4t. \u201cIn einer Welt asynchroner Bedrohungen ist es zu gef\u00e4hrlich, auf eine M\u00f6glichkeit zu verzichten, Menschen zu identifizieren. Wir brauchen einen Namensdienst f\u00fcr Menschen. Regierungen werden das verlangen.&#8220;<\/p>\n<p><b>Wie konnte es soweit kommen? <\/b><\/p>\n<p>Mit dem Internet kam nicht nur ein technischer Apparat in die Welt, sondern eine neue Dimension, die juristisch weder zum Land, noch zum Meer und auch nicht zur Luft geh\u00f6rt und deshalb mit den herk\u00f6mmlichen Begriffen kaum justiziabel war.<\/p>\n<p>Es entstand der Eindruck, das Internet sei ein rechtsfreier Raum. Die Begrifflichkeit der \u201calten Welt\u201d, mit der die klassischen Medien Radio, Zeitung und Fernsehen beschrieben wurden, passte nicht auf das Internet.<\/p>\n<p>Im 16. Jahrhundert, nach der Entdeckung der neuen Welt, hatte das britische Empire auf eine ganz \u00e4hnliche Lage mit einem atemberaubenden Trick reagiert. Weil man wusste, dass britische Gerichte nicht auf der ganzen Welt Recht sprechen konnten, f\u00fchrte das Empire die sogenannten \u201camity lines\u201d ein\u00a0<span class=\"st\">\u2013<\/span> ein pragmatischer Strich auf der Weltkarte, der die Welt in zwei Sph\u00e4ren unterteilte: In einer waren europ\u00e4ische Vertr\u00e4ge g\u00fcltig, in dem anderen galt das Recht von Abenteurern und Eroberern. Das zwanzigsten Jahrhundert machte das Gleiche. Es teilte die Welt in online und offline.<\/p>\n<p>Die Engl\u00e4nder hatten im sechzehnten Jahrhundert noch eine weitere \u201camity line\u201d gezogen, die eher ein Narrativ war als eine echte Trennung; die aber f\u00fcr das Internet und f\u00fcr die Privatsph\u00e4re in Deutschland von mindestens so gro\u00dfer Bedeutung ist wie die Unterscheidung in online und offline. Sie lautet: Was zum Bereich der Wirtschaft geh\u00f6rt, ist privat und geh\u00f6rt nicht zur Sph\u00e4re des Staates.<\/p>\n<p>Die politische Trennung der Welt in online und offline und die gleichzeitige liberal-neutrale Haltung gegen\u00fcber Unternehmen, die das Internet unter sich aufteilten, f\u00fchrte zu der Lebenssituation, in der der Einzelne vom Staat nicht mehr viel zu erwarten hat. Mit bitterer Ironie k\u00f6nnte man sagen: Im Internet ist der Schutz der Privatsph\u00e4re Privatsache.<\/p>\n<p>Eine nicht unbedeutende Rolle spielte dabei eine kurze, aber heftige politische Bewegung, die stets das Gute will und stets das B\u00f6se schafft, weil sie in der Existenz des Internets einen Wert an sich sah und allen Ernstes forderte, die Gesellschaft m\u00fcsse sich nun an das Internet anpassen, obwohl man ja zumindest in Deutschland denken k\u00f6nnte, anders herum w\u00e4re es sinnvoller.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1118\" aria-describedby=\"caption-attachment-1118\" style=\"width: 300px\" class=\"wp-caption alignright\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\"size-medium wp-image-1118\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/MG_1484-300x200.jpg\" alt=\"\" width=\"300\" height=\"200\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1118\" class=\"wp-caption-text\">Die Welt an das Internet anpassen. Bundesparteitag der Piratenpartei\u00a0 2012. Foto: Frank Coburger. Creative Commons.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Unter den <i>Geeks <\/i>dieser Bewegung, die so taten als sei das Internet erst um das Jahr 2000 erfunden worden und als h\u00e4tte es mit dem Staat gar nichts zu tun, gab es eine Gruppe von Aktivisten, die unter Politikern schnell als sogenannte \u201cNetzgemeinde\u201d gef\u00fcrchtet war.<\/p>\n<p>Der Begriff \u201cShitstorm\u201d fand dabei nicht zuf\u00e4llig um das Jahr 2006 seinen Weg in die deutsche Sprache, die den Terminus \u2013 anders als das Englische \u2013 nur f\u00fcr eine hasserf\u00fcllte, undifferenzierte Diskussion im Internet benutzt. 2011 w\u00e4hlte eine Jury den Begriff in Deutschland zum Anglizismus des Jahres.<\/p>\n<p>Mit einem Shitstorm wurden vor allem solche Politiker \u00fcberzogen, die es wagten, \u201cdas Internet\u201d regulieren zu wollen und weil die etablierten Parteien f\u00fcrchteten, die Piratenpartei w\u00fcrde die Parteienlandschaft \u00e4hnlich durcheinanderbringen wie die Gr\u00fcnen Anfang der 1980er Jahre, lie\u00df man die Finger vom Internet. Die Freien Demokraten warben noch im Bundestagswahlkampf 2018 mit dem Slogan \u201cDigital first. Bedenken second.\u201d<\/p>\n<p>So kam es, dass in den entscheidenden Jahren zwischen 2005 und 2010 niemand ernsthaftes Interesse entwickelte, Internetunternehmen daran zu hindern, pers\u00f6nliche Informationen zu sammeln und zu speichern. Im Gegenteil: Gerade staatliche Stellen haben durch eine Kombination aus Ignoranz, Unkenntnis und geheimdienstlichen Interessen die heutige Situation erst m\u00f6glich gemacht.<\/p>\n<p><b>Was nun? <\/b><\/p>\n<p>Die M\u00f6glichkeit, einzelne Personen zu verfolgen, f\u00fchrt zwangsl\u00e4ufig zu einem Gef\u00fchl, \u00fcberwacht zu werden, und selbst diejenigen, die meinen, sie h\u00e4tten nichts zu verbergen, werden sich anders verhalten, wenn sie annehmen, dass alles was sie sagen mitgeh\u00f6rt und ausgewertet wird.<\/p>\n<p>Die IT-Industrie braucht Daten, um neue Produkte zu entwickeln. Aber sie ist sowohl \u00f6konomisch als auch gesellschaftlich auf eine funktionierende Privatsph\u00e4re angewiesen. Eine Demokratie ohne Daten ist vorstellbar, Innovation ohne Privatsph\u00e4re auf Dauer nicht.<\/p>\n<p>Wir alle wollen vermutlich Dienste wie Google Maps nutzen und diese Produkte funktionieren nun mal nicht ohne Daten wie Bewegungsprofile, Start und Endpunkt einer Reise. Die Programmierer dieser Dienste m\u00fcssen wissen, dass eine Person von Punkt A nach Punkt B f\u00e4hrt und wie schnell er dabei vorankommt. Die Frage ist freilich, ob der Dienst auch wissen muss, <i>wer<\/i> diese Person ist.<\/p>\n<p>Selbstverst\u00e4ndlich gibt es auch ein berechtigtes Interesse an Unversehrtheit und Sicherheit. In London gibt es deshalb heute mehr als 200.000 \u00f6ffentliche \u00dcberwachungskameras, die mit dem neuen G5-Standard gestochen scharfe Bilder liefern werden. Die Frage ist, ob der Preis einer Total\u00fcberwachung einer unter Generalverdacht stehenden Bev\u00f6lkerung ein angemessener Preis f\u00fcr den Zugewinn an Sicherheit ist.<\/p>\n<figure id=\"attachment_1120\" aria-describedby=\"caption-attachment-1120\" style=\"width: 484px\" class=\"wp-caption aligncenter\"><img decoding=\"async\" loading=\"lazy\" class=\" wp-image-1120\" src=\"http:\/\/blog.mozilla.org\/wp-content\/blogs.dir\/278\/files\/2018\/11\/Screenshot-2018-11-27-at-23.15.30-300x175.png\" alt=\"\" width=\"484\" height=\"283\" \/><figcaption id=\"caption-attachment-1120\" class=\"wp-caption-text\">Eine deutsche Erfindung der 1970er: Geokriminalogie. Foto: screenshot.<\/figcaption><\/figure>\n<p>Was halten wir in diesem Kontext davon, dass an der Stanford University Menschen mit \u00f6ffentlichen Mitteln an einer Software arbeiten, die erkennen kann, ob ein Mensch homosexuell ist? K\u00fcmmert es uns, dass in China einer der einflussreichsten Influencer ein Chatbot f\u00fcr Kinder von Microsoft ist (Xiaoice), das mit ihren minderj\u00e4hrigen Gespr\u00e4chspartnern Tr\u00e4ume und \u00c4ngste bespricht und diese speichert und weiterverarbeitet?<\/p>\n<p>Ist es richtig, dass die Schweiz ihre Sozialhilfeempf\u00e4nger systematisch mit GPS-Sendern und Drohnen observieren m\u00f6chte, damit der Rest der Schweizer Gesellschaft, von deren Steuern die Sozialhilfe bezahlt wird, sicher sein kann, dass kein Geld veruntreut wird?<\/p>\n<p>Es sind die B\u00fcrger, die zumindest in der westlichen Welt dar\u00fcber bestimmen k\u00f6nnen, dass Regierungen offenlegen, welche Daten unsere Geheimdienste sammeln und was damit geschieht.<\/p>\n<p>Schon \u00fcbermorgen wird es Autos geben, die acht Terabyte Daten am Tag generieren. M\u00fcssen wir zur\u00fcck auf die Stra\u00dfe, um das Internet f\u00fcr die n\u00e4chste Generation zu retten als eine globale und \u00f6ffentliche Ressource, die offen und frei zug\u00e4nglich f\u00fcr alle ist und niemanden zur\u00fcckl\u00e4sst, nur weil er seine Privatsph\u00e4re sch\u00fctzen m\u00f6chte? Wenn das in Deutschland nicht geht, geht es nirgendwo. Aber wenn es geht, geht es vielleicht auch \u00fcberall.<\/p>\n<p>Ende<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><strong>Eine Serie in drei Folgen:<\/strong><\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/blog.mozilla.org\/internetcitizen\/de\/2018\/11\/19\/teil-1-man-muss-sie-zwingen-spuren-zu-hinterlassen\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teil 1: \u201cMan muss sie zwingen, Spuren zu hinterlassen\u201d<\/a> >> ||<\/p>\n<p style=\"text-align: center;\"><a href=\"https:\/\/blog.mozilla.org\/internetcitizen\/de\/2018\/11\/15\/teil-2-wenn-wir-das-wuessten-genossen-waeren-wir-ueber-alles-hinaus\/\" target=\"_blank\" rel=\"noopener noreferrer\">Teil 2: \u00bbWenn wir das w\u00fc\u00dften, Genossen, w\u00e4ren wir \u00fcber alles hinaus\u00ab<\/a> >><\/p>\n","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Als der US-General George Marshall um 1940 zum ersten Mal NS-Propagandafilme gesehen hatte, nahm er den dreifachen Oscar-Preistr\u00e4ger Frank Russell Capra zur Seite und bestellte seinerseits eine Serie, mit deren Hilfe er die \u00f6ffentliche Meinung in den USA zugunsten einer Kriegsbeteiligung ver\u00e4ndert wollte. 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