Lass tracken: Das Tracking-Tagebuch mit Priska Pi

Was ist eigentlich Online-Tracking und warum geht mich das was an? Für unsere Tracking Tagebücher dokumentieren liebe Leute einen Tag lang, wie viele Online-Tracker sich im Internet an ihre Fersen heften.

Mit dem Firefox Privatsphäre-Schutz-Bericht, zu dem auch du übrigens Zugriff hast, konnten sie genau sehen, wann ihnen wie viele Tracker online auf der Spur waren.

Unsere Freiwilligen aus ganz unterschiedlichen Lebensbereichen geben uns einen Einblick in ihr persönliches Tracking-Tagebuch und sagen uns, wie sich das so anfühlt, wenn man plötzlich sieht, was sich sonst hinter den Kulissen abspielt.

Star dieser Folge:

Name: Priska Pi

Beruf: Instagrammerin / Bloggerin

Lieblingsding im Internet: Instagram (Überraschung)

Datum des Berichts: Januar 2020

Tracking Tagebuch mit Priska Pi

Tagebuch

 

Uhrzeit: 10:15

Tracker: 0

Es fühlt sich beinahe komisch an, den Laptop aufzuklappen und den Browser aufzurufen. Mein Tor zur digitalen Welt ist schon seit Jahren das Smartphone. Normalerweise springe ich von App zu App statt von Tab zu Tab. Wenn ich mal einen mobilen Browser benutze, dann ist das fast immer der vorinstallierte. Bisher habe ich mir da auch ehrlich gesagt noch nie wirklich Gedanken drum gemacht. Mal sehen, ob ich das heute bereuen werde.

Nachdem ich mein Instagram-Passwort rausgesucht habe (keine Ahnung, wann ich mich zuletzt über einen Browser eingeloggt habe), kann’s losgehen. Der Datenschutzbericht zeigt 0 Tracker an. Fängt gut an.

Uhrzeit: 11:30

Tracker: 181

Bitte, was? Als ich die Zahl der Tracker sehe, die sich in der letzten Stunde so angesammelt haben, glaube ich im ersten Moment, ich hätte mich verguckt.

Ich gebe zu, ich hab ein bisschen geschummelt, bevor ich mich auf die Nummer hier eingelassen habe. Ich habe mich informiert. Und ich dachte, ich wüsste jetzt ganz gut Bescheid über Tracker und wie die funktionieren. Dass es maßgeschneiderte Werbung gibt, das wusste ich eh schon. Da hab ich grundsätzlich auch gar kein Problem mit. Mit solcher Werbung kann ich ja dann im Idealfall wenigstens was anfangen. Die Fake-Accounts und Spam-Bots, die gerade mal wieder Instagram überrennen, gehen mir da entschieden mehr auf die Nerven.

Aber diese 181 Tracker, die irritieren mich jetzt. Ich hab ja nicht mal viel gemacht: Ich hab kurz bei Instagram reingeguckt, ein paar News gelesen und dann weiter nach Outfits für die Weihnachtsfeier gesucht.

Uhrzeit: 13:00

Tracker: 317

Was zur Hölle? Wie haben sich die Viecher denn jetzt fast verdoppelt? Ich habe doch nicht doppelt so viele Seiten aufgerufen wie in Stunde davor! Vermehren die sich?

Uhrzeit: 15:40

Tracker: 458

Wow. Ich habe ja vorab gelesen, dass jeder im Internet von bis zu 2000 Trackern gestalkt wird. Aber ich dachte, das wäre das schlimmstmögliche Ergebnis. Wie schnell ich mich da annähere, das ist schon krass.

Ich suche immer noch eine Erklärung, woher diese ganzen Tracker kommen. Aber ich finde keine. Ich hab doch gar nichts Ungewöhnliches gemacht! Ich bin immer noch auf der Suche nach dem passenden Outfit. Zwischendurch habe ich bei den üblichen Verdächtigen nach Weihnachtsgeschenken geschaut; ich habe mir ein bisschen Inspiration bei Pinterest und Insta geholt, und klar habe ich auch ein bisschen rumgegoogelt. Aber das machen wir doch alle, oder? Wie kann das sein, dass das alles verfolgt wird?

Uhrzeit: 16:45

Tracker: 461

Ungelogen: Ich habe die letzte Stunde quasi nichts anderes gemacht, als mich im Datenschutzbericht durch die verschiedenen Tracker zu wühlen. Und trotzdem sind irgendwie drei neue dazugekommen. Läuft bei mir.

Was ich echt heftig finde: Nicht einer dieser Tracker sagt mir irgendwas. Warum die mir folgen, was sie vorhaben mit meinen Daten, wer die überhaupt sind – keine Ahnung. Wenn ich mir angucke, wie die an mir dran kleben, da gehe ich aber schon davon aus, dass die inzwischen so ziemlich alles über mich wissen. Und was weiß ich über die? Original nichts.

Uhrzeit: 18:00

Tracker: 510

Es kommen echt immer noch neue Tracker dazu. Ständig. Immer noch weiß ich nicht, woher oder warum. Aber sie kommen fröhlich weiter. Obwohl ich wirklich gar nichts anderes mache als sonst. Das macht mir jetzt doch ein bisschen Sorgen. Oder auch mehr als ein bisschen. Ungefähr 510 Mal mehr als ein bisschen.

Für heute schalte ich den Laptop lieber ab. Aber über das Problem werde ich wohl auch morgen am Handy wieder nachdenken.


Nicht nur Priska Pi, sondern wir alle werden allein innerhalb eines Tages von hunderten Drittanbieter-Trackern verfolgt – ohne dass wir dafür unsere Zustimmung gegeben haben und ohne es zu merken. Das ist nicht ok.

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