Experten-Panel @Mozilla Berlin: Wie Emojis Kommunikation, Kultur und Inklusion beeinflussen

von Alice Fleischmann

Experten-Panel @Mozilla Berlin: Wie Emojis Kommunikation, Kultur und Inklusion beeinflussen

von Alice Fleischmann

Emojis sind nicht nur Kernstück unserer heutigen Online-Kommunikation, sie sind darüber hinaus auch in aller Munde. Kontinuierlich entwickelt sich die allseits bekannte (und beliebte) Bildsprache weiter; regelmäßig werden neue Bilder eingeführt, die in mehrerlei Hinsicht für Gesprächsstoff sorgen. Zugleich ist ihr Repertoire ein nicht zu unterschätzender Indikator für die Gesundheit unserer Gesellschaft und des Internets. Wie es um sie bestellt ist, welche Bedeutung für und Auswirkung auf unsere analoge wie digitale Kommunikation Emojis haben und was es noch zu bedenken gilt, wird am 29. November in der Experten-Diskussion „Talk Emoji To Me: How digital visual language impacts communication, culture and inclusion“ bei Mozilla Berlin thematisiert.

Lachende Gesichter, Herzen, Tiere oder auch Gerichte – für nahezu jede Situation stehen uns in Messengern, Browsern und anderen Apps zahllose Emojis zur Verfügung, um Aussagen Nachdruck zu verleihen oder auch ganz ohne Worte auszukommen. Weil ein Bild eben manchmal doch mehr sagt, als Sprache es uns erlaubt. Oder weil wir gelegentlich einfach nicht die richtigen Worte finden.

Im letzten Jahr widmete Regisseur Tony Leondis den kleinen Bildern sogar einen ganzen Animationsfilm, der weltweit über 200 Mio. US-Dollar einspielte; Emojis sind Thema zahlreicher wissenschaftlicher Abhandlungen und haben es bereits in die Oxford-Liste der Wörter des Jahres geschafft. In den 1980ern als Emoticons von Informatik-Professor Scott E. Fahlmann etabliert, sind sie inzwischen so allgegenwärtig in unserer digitalen (und manchmal auch analogen) Kommunikation, dass sie generationen- und kulturübergreifend verstanden werden. Und das, obwohl es mittlerweile fast 3.000 verschiedene Emojis gibt, die in der Emojipedia gesammelt werden.

Durch ihre globale Verständlichkeit können sie zu Inklusion beitragen, weil sie keine Vorbildung erfordern. Sie können Vielfalt fördern, indem alle kulturellen Gruppen, egal ob groß oder klein, mit eigenen Bildern repräsentiert und so sichtbar werden. Und sie unterstützen Teilhabe, indem jede*r die Möglichkeit hat, dem Unicode Consortium, das sich unter anderem um die plattformübergreifende Bereitstellung von Emojis kümmert, neue Kreationen vorzuschlagen.

Und doch ist längst nicht alles Friede, Freude, Eierkuchen in der Welt der Emojis: Je nach Darstellung von Personen und Gruppen können sie bestehende Klischees und Stereotype befeuern und zugleich ist es noch immer nicht gelungen, alle Menschen gleichermaßen per Emoji zu repräsentieren. Fakt ist jedoch, dass auch der Auswahlprozess neuer Emojis Fragen offen lässt: Wie vielfältig ist etwa das Komitee, das über die Aufnahme neuer Bilder in den Unicode entscheidet? Entscheidet es völlig unvoreingenommen, welche Emojis tatsächlich gebraucht werden und welche nicht? Selbst wenn, obliegt es noch immer Geräteherstellern und Softwareentwicklern, bestehende Emojis für ihre Plattformen zu übernehmen – eine Verpflichtung gibt es hier nicht. Darf also die Weiterentwicklung unserer Kommunikation in die Hände global agierender Konzerne gelegt werden?

Und auch wenn die Einführung neuer Emoji einem völlig demokratischen Prozess folgen würde: Damit sind noch längst nicht alle offenen Fragen geklärt. Wie etwa beeinflussen sie unsere Sprache(n)? Wirken sie in der Realität tatsächlich so inklusiv und unabhängig davon, können sie nicht auch zum Verkümmern unserer Schriftsprachen beitragen?

Zusammen mit den Gästen unseres englischsprachigen Experten-Panels Talk Emoji to me: How digital visual language impacts communication, culture and inclusion möchten wir genau darüber sprechen und laden Sie ein, mitzudiskutieren. Wir freuen uns auf:

Dr. Tatjana Scheffler, Professorin für Computerlinguistik (Universität Potsdam)

Daniel Utz, Professor für Kommunikationsgestaltung (HfG Schwäbisch Gmünd) & Initiator des Projekts OpenMoji

Judyta Smykowski, Redakteurin & Referentin Leidmedien.de, Ramp-Up.me & Gesellschaftsbilder.de

Moderiert wird das Panel von Solana Larsen, Redakteurin von Mozillas jährlich erscheinendem Internet Health Report.

 

Talk Emoji To Me: How digital visual language impacts communication, culture and inclusion

Experten-Panel in englischer Sprache mit anschließender offener Fragerunde

 

Donnerstag, 29. November 2018

Einlass ab 17:30 Uhr * Start 18:00 Uhr * Q&A 18:50 Uhr

 

Mozilla Berlin

GSG-Hof Schlesische Straße 27, Gebäude 3, 4. Obergeschoss

10997 Berlin

Eintritt frei

Barrierefreiheit: Das Berliner Mozilla-Büro ist barrierefrei. Im Gebäude befinden sich zwei Aufzüge und der Event-Bereich ist über eine Rampe zu erreichen. Darüber hinaus bietet das Büro einen rollstuhlgerechten Waschraum.

 

Um vorherige Anmeldung bis zum 28. November 2018 wird gebeten. Falls Sie nicht vor Ort dabei sein können, möchten wir sie gern einladen, die Veranstaltung per Livestream auf AirMozilla oder auf YouTube zu verfolgen. Hierfür ist keine Anmeldung erforderlich.

Wenden Sie sich bei Fragen gern an press-de@mozilla.com.