Wie du Falschinformationen erkennst – und nie wieder auf sie reinfällst

Das Internet ist großartig: mit anderen in Kontakt bleiben, in unseren sicheren vier Wänden arbeiten und lernen und immer wissen, was in der Welt gerade los ist – kein Problem! Außerdem fungiert es als magische Quelle unendlicher Inspiration und grenzenlosen Wissens. Doch natürlich gibt es zu vielen Sonnen- oft auch eine Schattenseite. Denn leider haben fragwürdige Akteure erkannt, wie sehr wir auf das Web angewiesen sind – und wie sie das zu ihren Zwecken nutzen können. Zum Beispiel, indem sie uns Fehlinformationen vor die Nase setzen.

Falschinformationen sind an sich nichts Neues – man nehme eine unbestätigte Information, setze sie in einen anderen Kontext oder deute sie eben so um, wie es gerade in die eigene Agenda passt. Mit der steigenden Bedeutung des Internets haben sich solche Fehlinformationen immens ausgebreitet. Sie reichen von schlichten, womöglich unabsichtlichen Falschinformationen über Verschwörungsmythen bis hin zu gezielter Desinformation – die wohl gefährlichste Variante, die gerade in unsicheren Zeiten Hochkonjunktur hat. Also genau jetzt und heute. Und so fällt fast jeder Internetnutzer irgendwann einmal auf eine falsche Info rein und teilt sie eventuell in gutem Glauben mit anderen.

Kann man nichts gegen machen? Kann man wohl! Und so geht’s:

1. Kritisch bleiben!

Dass eine Website oder ein Blog-/Nachrichtenartikel erstmal glaubwürdig aussieht oder dir der Link von einem Freund geschickt wurde, ist leider keine Garantie dafür, dass der Content auch realitätsgetreu ist. Einmal kritisch durch die Seite scrollen ist daher immer eine gute Idee und geht ganz schnell. Schon das obere Viertel deines Screens verrät dir nämlich so einiges:

  • URL:

    Schau dir genau an, wo der Inhalt veröffentlicht wurde. Ist es eine als glaubwürdig bekannte Quelle? Passen Logos und URL zusammen? Wenn du die Quelle nicht kennst, versuche im Internet mehr über sie herauszufinden. Passen URL und Logo nicht zusammen, kannst du fast sicher davon ausgehen, dass dem Inhalt nicht zu trauen ist.

  • Headline:

    Ist die Überschrift des Beitrags übertrieben reißerisch? Schau lieber auf Seiten nach, denen du vertraust, wie dort über dasselbe Thema berichtet wird. Beiträge, die gezielt manipulieren sollen, setzen oft auf Extreme und Übertreibungen, für die es keine Belege gibt und die sich in gut recherchierter Berichterstattung daher nicht finden werden.

  • Datum:

    Ist der Beitrag aktuell? Veraltete Informationen sollen nicht zwingend desinformieren, aber sie entsprechen auch nicht unbedingt der Realität. Schau dich daher lieber nach einer neueren Quelle um.

  • Autor:

    Hat die Person hinter dem Beitrag weitere Artikel veröffentlicht, idealerweise auch in glaubwürdigen Publikationen? Falls du den Namen des Autors nur auf fragwürdigen Seiten findest, solltest du seinen Aussagen nicht allzu viel Wert beimessen.

  • Bilder:

    Passen Bilder und Bildunterschriften zusammen? Bilder sind ein sehr mächtiges Werkzeug für gezielte Desinformation. Je nachdem, welche Beschreibung beigefügt ist, kann die Wahrnehmung ins absolute Gegenteil verdreht werden. Wenn du unsicher bist, führe eine umgekehrte Bildersuche durch, um herauszufinden, wie das Bild auf anderen Seiten beschrieben wird.

2. Mehr Online-Privatsphäre, weniger Manipulation

Als 08/15-Person ist deine Gefahr, Opfer eines gezielten Hacks zu werden, vielleicht nicht sehr hoch – deine Daten sind aber trotzdem interessant. Und zwar nicht nur für die “echten” Bösewichte, sondern vor allem für eine große Bandbreite an Unternehmen. Wenn du im Internet surfst, werden dein Verhalten, deine Interessen, deine Kontakte und vieles mehr von verschiedenen Akteuren getrackt, um daraus ein extrem detailliertes Profil zu deiner Person zu erstellen und es ohne dein Wissen oder deine Zustimmung an andere zu verkaufen. Genutzt werden diese Profile unter anderem für personalisierte Werbung. Sie können aber auch für gezielte Manipulation eingesetzt werden, wie etwa in Krisensituationen oder in Wahlkämpfen.

Glücklicherweise bieten viele Browser heute Schutz vor Tracking. Firefox geht sogar noch einen Schritt weiter und blockt Tracker von vielen Werbetreibenden und anderen Akteuren ganz automatisch, sodass du dir darum keine Sorgen mehr machen musst.

3. Augen auf in Social Networks

Wer trackt dich?

Soziale Netzwerke gehören zu den Akteuren, die gern möglichst viel über dich wissen wollen – viel mehr, als du über deinen Account oder deine Posts freiwillig teilst.

Deshalb verfolgen sie dich auch mithilfe ihrer Teilen- und Like-Buttons, selbst wenn du ihre Seite schon längst verlassen hast und anderswo das Web erkundest.

Der Facebook Container für Firefox sorgt dafür, dass zumindest Facebook und Instagram das nicht mehr so einfach können. Und dadurch verringert sich die Wahrscheinlichkeit, Fehlinformationen über Werbeanzeigen zu erhalten, deutlich.

Bleibe besonders kritisch bei verlinkten Inhalten auf Social Media

Behandle Inhalte auf Social Media so wie jeden anderen Beitrag im Web. Schau bei fragwürdigen Posts außerdem nach, von wem sie geteilt wurden.

Sind eventuell Accounts dabei, die dafür bekannt sind, fragwürdigen Content zu verbreiten oder die regelmäßig gegen etablierte Medien oder andere vertrauenswürdige Akteure wettern?

Triefen ihre Posts und Kommentare nur so vor Hass? Dann lass sie lieber links liegen. Melde fragwürdige Posts bei dem sozialen Netzwerk, auf dem du sie entdeckt hast, schnapp dir anschließend ein schönes Buch oder lerne neue Services kennen, die dir vertrauenswürdigen, spannenden Content anbieten – wie etwa Pocket:

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