Firefox verrät dir, wer dich im Web tracken will

Web-Browser sind ein bisschen wie Autos: Der Motor (die sogenannte “Engine”) bringt dich an dein Ziel und auf dem Armaturenbrett (dem “Dashboard”) siehst du, was unter der Haube passiert. In modernen Autos verraten dir die Anzeigen viel mehr als nur Geschwindigkeit oder Tankfüllstand: Sie melden sich auch, um dich mögliche Gefahren hinzuweisen – zum Beispiel, wenn es Zeit zum Bremsen ist oder sich ein anderer Verkehrsteilnehmer in deinem toten Winkel befindet. Dieselbe smarte Unterstützung bietet dir Firefox jetzt auch im Web: mit einem Dashboard für deine Privatsphäre, das dir zeigt, wer dich hinter den Kulissen tracken will und dir hilft, diese Trackern zu blocken.

Blocke Tracker bevor sie dich blocken

Auf so ziemlich jeder Webseite, die du besuchst, werden Daten über dich an Dritte weitergegeben. Manche von diesen Dritten kennst du besser als andere:

81 Prozent des Web-Traffics wird beispielsweise von Google getrackt und 62 Prozent der 10.000 beliebtesten Seiten laden, laut WhoTracks.me, einen Facebook-Tracker. Es gibt aber noch eine ganze Menge weitere Drittanbieter, die Daten sammeln.

Sogenanntes Drittanbieter-Tracking findet hinter den Kulissen statt und formt ein gigantisches Netzwerk. Darin werden persönliche Daten gesammelt, zusammengefasst, gehandelt und sogar verkauft – und all das ohne deine Zustimmung. Haben diese Händler erstmal deine Daten, können sie sie ohne Ablaufdatum speichern und für Zwecke verwenden, die kaum vorhersehbar sind.

Gruselig? Ja, aber hier kommen die guten Nachrichten: Firefox mit tut etwas dagegen – verbessertem Tracking-Schutz.

Um zu sehen, wer dich auf einer bestimmten Webseite zu tracken versucht, klicke einfach auf das Schild-Icon links neben der Firefox-Adressleiste.

(Kein Schild in Sicht? Hier kannst du nachlesen, wie du deinen Firefox updatest.)

 

  • Ein lilafarbener Schild bedeutet, dass Tracker und schädliche Skripte auf einer Seite von Firefox geblockt wurden.
  • Wenn der Schild grau ist, wurden keine Tracker oder schädliche Skripte auf der Seite gefunden.
  • Wenn der Schild grau und durchgestrichen ist, wurde der verbesserte Tracking-Schutz für die Seite deaktiviert.

Wenn du Firefox herunterlädst, läuft der Tracking-Schutz auf Standard-Niveau. Das heißt, bekannte Social-Media-Tracker, Cross-Site Tracking-Cookies, Cryptominer und Tracking Content in privaten Browserfenstern werden automatisch auf allen Seiten geblockt. So hält Firefox am besten die Waage zwischen Tracking-Schutz und der vollen Funktionsfähigkeit der Webseiten.

Du kannst den Schutz aber auch auf Streng setzen, um ihn weiter zu erhöhen. Oder du betreibst Finetuning im benutzerdefinierten Modus – so kannst du zum Beispiel Fingerprinting-Skripte und Tracking Content in allen Fenstern blocken statt nur in den privaten.

Um einen Blick auf die Tracker zu werfen, die hinter den Kulissen einer bestimmten Website lauern, klicke auf den Schild und dann auf die jeweilige Tracker-Art, um dir die gesamte Liste anzeigen zu lassen.

 

Wie viele Tracker folgen uns und was wollen sie wissen?

Seitdem wir den verbesserten Tracking-Schutz im Juni aktiviert haben, haben wir uns ganz genau angesehen und getestet, wie viele Tracker in unserem Web-Traffic umhergeistern. Das Ergebnis ist erschreckend: Auf manchen Seiten fanden wir zwar keine oder nur sehr wenige Tracker; auf anderen liest sich die Tracker-Liste dafür fast wie die Zutaten eines fiesen, mit diversen Zusatzstoffen vollgepumpten Fertiggerichts – lang, künstlich und nicht besonders appetitlich.

Über den Tag hinweg, so schätzen wir, blockt Firefox mehr als 10 Milliarden Tracker für alle Nutzer zusammengenommen. Über den Verlauf eines Jahres hinweg steigt die Zahl so auf mehr als 450 Milliarden Tracker – eine unfassbare Menge an persönlichen, privaten Informationen, die dank Firefox gar nicht erst in die Black Box von Drittanbieter-Datensammlungen gelangen.

 

Vielleicht denkst du ja: “Tracker tracken. Meh. Wen interessiert es schon, ob mir eine Schuhwerbung folgt?” Datentracker können allerdings für sehr viel mehr verwendet werden, als nur über deine Begeisterung für Schuhe im Bilde zu bleiben. Da wären zum Beispiel

  • dein Alter,
  • dein Geschlecht,
  • dein Beziehungsstatus,
  • deine Familienmitglieder,
  • der Name deiner Mutter,
  • der Name der Mutter deiner Mutter,
  • dein Einkommen,
  • dein Bildungshintergrund,
  • deine ethnische Zugehörigkeit,
  • deine Hobbies,
  • mögliche gesundheitliche Probleme,
  • deine finanzielle Situation,
  • deine BH-Größe,
  • wie es um deine Fruchtbarkeit steht,
  • deine Filmvorlieben,
  • dein Essverhalten,
  • ob und wie du dich fit hältst,
  • deine sexuellen Wünsche,
  • dein ganz genauer Standort in einem bestimmten Moment,
  • wie wahrscheinlich es ist, dass du wählen gehst,
  • und noch so vieles mehr.

Auch wenn Ad-Tracking harmlos klingt – was kann das eine Paar Schuhe schon ausmachen –: Die Detailtiefe von Tracking wird immer krasser. Das Interactive Advertising Bureau (IAB), ein internationaler Wirtschaftsverband der Online-Werbebranche, klassifiziert den Online-Content, mit dessen Hilfe Werbetreibende dir gezielt Werbung ausspielen können. So erfahren sie sehr persönliche Dinge basierend auf deinem Surfverhalten. Zu den Klassifizierungsmerkmalen zählen etwa “Panik-/Angststörungen”, “Sexualität”, “Drogenmissbrauch”, “Kinder mit speziellen Bedürfnissen”, “Unfruchtbarkeit”, “rechtliche Probleme”, “Kredite/Schulden” oder auch “Scheidung”.

Das sind offensichtlich hochgradig persönliche Informationen, die Werbetreibende, unserer Meinung nach, einfach nicht über dich haben sollten. Und das ist sogar nur der Anfang.

Es ist unmöglich zu erfahren, wie umfassend und tiefgreifend unsere Profile sind, weil wir sie nicht einfach so einsehen können. Es ist ebenso unmöglich für uns zu wissen, wann diese Informationen für Preisdiskriminierung, berufliche Diskriminierung, Verweigerung von Dienstleistungen, Wahlbeeinflussung und andere perfide Praktiken eingesetzt werden.

Angesichts all dessen – ist es da nicht schön, dass du Drittanbieter ganz easy davon abhalten kannst, dich zu tracken?

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