Web 1×1: Was sind eigentlich Online-Tracker

Du sitzt auf der Couch und dir kommt ein Gedanke: Im eigenen Garten auf einem krassen Gasgrill die perfekten Gerichte brutzeln – das wär’s! Du schnappst deinen Laptop und schaust dich etwas um. Ganz unverbindlich. Dann checkst du kurz die neuesten Nachrichten. Was für ein Zufall: Auf der Seite wird genau der Grill beworben, den du dir gerade noch genauer angeschaut hast.

Ab zu YouTube. Du recherchierst nochmal: “Gasgrill oder Kohlegrill”. Bevor du dir aber das Video deiner Wahl ansehen kannst, gibt es 30 Sekunden Werbung. Du ahnst es schon: derselbe Grill von eben. Und auf Instagram? Auch – als Sponsored Post… Selektive Wahrnehmung? Nein.

Du bildest dir das nicht ein. Diese Werbung verfolgt dich tatsächlich durchs Web. Und sowas passiert ständig. Woher wissen all diese verschiedenen Webseiten davon, dass du gerade über einen Grill nachdenkst? Magie? Intuition? Nein! Die Antwort lautet: Online-Tracker.

Was genau sind Online-Tracker?

Ganz allgemein: Ein Tracker ist ein Skript oder ein kleines Computerprogramm, das dafür da ist, Informationen (also Daten) darüber zu erheben, wie du dich auf einer Website verhältst – was du klickst, wie du scrollst usw. Manchmal wurden diese Skripte direkt von den Webseiten-Betreibern platziert. Manchmal kommen diese Tracker aber auch von einer Webseite, die du noch nie besucht hast.

Zu wissen, wie und warum solche Daten über dich gesammelt werden, kann dir dabei helfen, zu entscheiden, wie du damit umgehen willst.

Die verschiedenen Arten von Trackern:

Cookies

Cookies sind die wahrscheinlich bekannteste Methode, dich im Web zu tracken. Cookies sind kleine Datenmengen, die von Webseiten in deinem Browser gespeichert werden. Jedesmal wenn du eine Webseite besuchst, können Cookies auf deinem Gerät gespeichert werden. Aber nicht alle Cookies sind gleich. Die Webseite, die du besuchst, hat vielleicht ihre ganz eigenen Cookies, sogenannte Erstanbieter-Cookies. Die helfen dabei, dir relevanten Content vorzuschlagen, deinen Login für dich zu speichern, Betrug vorzubeugen und vieles mehr.

Supercookies

Ein Supercookie ist ein Browser-Cookie, das permanent in deinem Browser gespeichert werden kann. Supercookies sind schwerer zu erkennen und auch schwerer wieder loszuwerden, weil man sie nicht wie reguläre Cookies automatisch löschen lassen kann. Mit der Implementierung von Supercookies auf deinem Gerät können Webseiten auf deine persönliche Informationen, dein Online-Verhalten und deine Vorlieben zugreifen. Sie können sogar tracken, wann du die meiste Zeit im Web verbringst. Diese Datenpakete sind next level und eine echte Goldmine für Werbetreibende. Denn mit diesen Informationen können sie dir gezielte Werbe-Anzeigen vorsetzen – basierend auf deinem Benutzerprofil und deinen Präferenzen.

Eingebettete Skripte

Es gibt eine Vielzahl an Tracking-Elementen, die sichtbar oder unsichtbar auf einer Webseite eingebettet werden können. Am wohl bekanntesten sind hier sogenannte Tracking-Pixel. Das sind leere Bilder, die auf einer Webseite oder in einer E-Mail eingebettet werden. Eine weitere Art sind Tracking-Skripte, die automatisch ablaufen, wenn du eine Webseite benutzt. Diese können einiges tun, um dich zu tracken: vom Aufzeichnen deiner IP-Adresse bis zum Festhalten deiner Gerätespezifikationen.

Fingerprinter

Fingerprinting-Skripte holen sich Daten von deinem Browser. Sie wollen wissen, welchen Browser du benutzt und in welcher Version, welches Betriebssystem auf deinem Gerät installiert ist und in welcher Version. Sie sammeln Infos über deine Bildschirmauflösung, die installierten Schriftarten und sogar die Apps, die du auf deinem Gerät installiert hast. All diese Daten zusammen werden zu einem ganz eindeutig dir zugewiesenen Fingerabdruck vereint, mit dem du durch das ganze Web klar identifizierbar und somit trackbar bist.

Drittanbieter-Tracker – die richtig fiesen

Drittanbieter-Tracker werden von Webseiten platziert, die du nicht mal besucht hast. Sie kommen von verschiedenen Instanzen – manchmal von riesigen Werbenetzwerken, von denen du noch nie gehört hast und denen du ganz sicher nicht erlaubt hast, diese Informationen von dir zu bekommen. Diese Drittanbieter können ihre Tracker im ganzen Web platzieren und so einen Haufen Informationen von dir sammeln. Die können sie dann mit wem auch immer teilen. Ja, das ist super unheimlich.

Du kannst Online-Tracker blocken

Zum Glück ist noch nicht alle Hoffnung verloren. Wir bei Firefox sind davon überzeugt, dass Privatsphäre dein Recht ist und nur du allein entscheiden solltest, welche Informationen du teilen möchtest und mit wem. Deswegen blockieren wir Drittanbieter-Tracker automatisch in unseren Firefox Browsern. Und wenn du noch härter gegen Tracker vorgehen möchtest, kannst du von einer ganzen Bandbreite an Firefox Blocking-Fähigkeiten profitieren, indem du den verbesserten Tracking-Schutz auf “Streng” stellst. Damit blockst du auch viele andere Tracker. Zum Beispiel die vorhin beschriebenen Fingerprinter. Außerdem kannst du unseren Facebook Container nutzen – eine kostenlose Erweiterung für deinen Browser, die Facebook daran hindert, dich außerhalb der Plattform zu tracken, auch wenn du bei Facebook eingeloggt bist.

Es gibt noch einiges mehr über Online-Tracker zu wissen. Check am besten gleich mal diesen Artikel über Social-Tracker.

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