So stehen wir bei Mozilla zu Deiner Privatsphäre

Mozilla kennt man hauptsächlich über unseren Browser Firefox, der 2004 weltweit verfügbar gemacht wurde und die Vormachtstellung des Internet Explorers ins Wanken brachte. Fast 15 Jahre später trumpfen wir nicht nur mit Firefox Quantum auf, der einen schnellen, leistungsstarken Zugang zum Web bietet: Wir haben auch mobile Browser (wie Firefox Klar), praktische Erweiterungen (wie Facebook Container) und nützliche Apps (wie Pocket) im Sortiment − und auf ein paar brandneue Experimente können sich unsere Nutzer jetzt schon freuen …

Hinter all dem steht eine Datenschutz-Philosophie, die uns stets den Weg weist − ob bei der Produktentwicklung, bei der Erhebung von Daten und letzten Endes auch und vor allem im Umgang mit den Menschen, die unsere Produkte nutzen.

Diese fünf Grundsätze sind uns aus unterschiedlichen Gründen wichtig. Erstens versprechen wir damit Euch, unseren Nutzern, dass ihr uns vertrauen könnt. Zweitens dienen sie anderen Organisationen als Vorbild. Und so sehen unsere Datenschutz-Grundsätze aus:

1. Keine Überraschungen

Das bedeutet, dass wir direkt und klar aufzeigen, wenn wir vertrauliche Informationen erfassen und verwenden. Das heißt nicht, dass wir nie Daten erheben. Vielmehr gehen wir transparent damit um, wie wir sie nutzen und tun dies immer so, dass es mit unserem Versprechen in Einklang steht.

So zum Beispiel in unserem Testprojekt Advance, in dem wir nach neuen Wegen suchen, wie Nutzer anhand ihrer aktuell aufgerufenen und ihrer kürzlich besuchten Seiten Empfehlungen in Echtzeit erhalten können. Wir betrachten die Surf-Chroniken unserer User als vertrauliche Informationen. Bevor Nutzer also am Projekt teilnehmen, möchten wir sicherstellen, dass sie verstehen, dass Laserlike, unser Partner bei diesem Projekt, ihre Web-Chronik erhält. Wir haben verschiedene Kontrollmechanismen eingebaut, sodass die Teilnehmer das Projekt pausieren und einsehen können, welche Chronik Laserlike erhalten hat, oder auch die Löschung dieser Daten beantragen können. Außerdem ist die Nutzung von Advance rein optional. Wer kein Interesse daran hat, braucht es nicht auszuprobieren. Auch wenn so mancher Jurist bestimmt schön formulierte Umschreibungen dafür finden könnte: datenfressende Funktionen jubeln wir Dir nicht einfach so unter, um dann so zu tun, als seien sie zu Deinem Besten. Kommt bei uns nicht in die Tüte. Wir wollen nicht, dass Du böse Überraschungen erlebst, und spielen deshalb mit offenen Karten

 

2. Benutzerkontrolle

Das heißt, wir setzen uns dafür ein, dass die Nutzer selbst die Kontrolle über ihre Daten und ihre Online-Erfahrung haben und entwickeln unsere Produkte dementsprechend. Manche Unternehmen möchten, dass man einfach auf „Ich stimme zu“ klickt und verstecken das Kleingedruckte hinter dieser Schaltfläche. Oder die Möglichkeiten für individuelle Einstellungen sind irgendwo im Produkt verborgen und kaum auffindbar. Wir finden jedoch, dass Benutzerkontrolle bedeutet, anhand klarer und eindeutiger Informationen entscheiden zu können und handlungsfähig zu sein. Zum Beispiel kannst Du Dich ganz einfach jederzeit für oder gegen das Teilen von Daten entscheiden. Gehe einfach auf das Symbol mit den drei Linien Firefox hamburger menu (das sogenannte Hamburger-Menü) in unserem Browser und entscheide selbst über Deine Einstellungen.

3. Wenig Daten

Hier geht es um die Datenerfassung an sich, bei der wir uns an folgende drei Punkte halten:

  • Wir erfassen nur das, was wir brauchen.
  • Wir anonymisieren die Daten wenn möglich, sodass sie nicht wieder auf Dich zurückzuführen sind. Wir vermeiden es, direkte Identifikatoren wie Namen und E-Mail-Adressen zu erfassen und verwenden stattdessen zufällig generierte Identifikatoren.
  • Wir löschen Daten, wenn sie nicht mehr benötigt werden.

Bei Mozilla werden äußerst wenige Daten erhoben, damit der Firefox-Browser benutzerfreundlich bleibt. Wir erfassen technische Daten zum Browser selbst, wie das Betriebssystem, über das er läuft, und Informationen über Fehler und Abstürze. Wir erfassen außerdem Daten über die Firefox-Nutzung der Person, z. B. die Anzahl an Tabs, den Einstellungsstatus oder darüber, wie häufig bestimmte Funktionen des Browsers, wie Screenshots oder Container, genutzt wurden. Sooft wir können, verknüpfen wir diese Informationen mit anonymisierten Identifikatoren (und nicht mit dem Namen oder der E-Mail-Adresse), da wir unsere Produkte so entwickeln, dass wir möglichst wenige personenbezogene Daten erfassen.

Und dieses Prinzip geht über unsere Produkte hinaus. Wir wenden es auch auf Nutzerforschung, Experimente und Umfragen an. Dabei setzen wir auf einen verantwortungsvollen Umgang mit Daten.

Wir wissen, dass manche Unternehmen in bestimmten Fällen identifizierbare Daten zur Herstellung eines guten Produkts erfassen und diese auch über einen bestimmten Zeitraum speichern müssen. Viele Organisationen sammeln jedoch riesige Datenmengen über den eigentlichen Bedarf hinaus. Wir fordern sie dazu auf, andere Möglichkeiten in Erwägung zu ziehen.

4. Vertrauliche Einstellungen

Diese Gestaltungsregel hilft uns dabei, einen durchdachten Zwischenweg aus Sicherheit und Nutzererfahrung zu gehen. Wir entwerfen unsere Produkte so, dass Nutzer ihre Einstellungen einfach und übersichtlich verwalten können.

Tracking-Schutz ist ein gutes Beispiel für eine Funktion, die genau das kann, was der Name verspricht. Netzwerke zu Werbezwecken werden so davon abgehalten, Deine Aktivitäten zu verfolgen, was ganz nebenbei dazu beiträgt, dass Seiten schneller geladen werden. Manch einer findet es unheimlich, ständig von Werbung im Netz verfolgt zu werden, weshalb Du Tracking-Schutz als Dauereinstellung in Firefox auswählen kannst. Unsere Einstellungsoptionen machen es Dir ganz einfach, den Schutz vor Aktivitätenverfolgung immer, nur in privaten Fenstern oder nie einzuschalten.

5. Tiefgehende Sicherheitsstrategie

Soll heißen: Wir haben Sicherheit mit eingebaut. Wir haben mehrere Ebenen von Sicherheitskontrollen eingerichtet − in unseren Produkten und in unserer täglichen Geschäftspraxis. Wir verwenden elementare Sicherheitsmechanismen zum Schutz unserer Nutzer, denn der gehört zu unseren Hauptaufgaben. Im Browser selbst hat Firefox Phishing- und Malware-Schutz integriert, um vor betrügerischen Seiten, schädlicher Malware und gefährlichen Skripts zu warnen.

Diese fünf Datenschutz-Grundsätze sind Teil unserer Denkweise. Wir handeln nicht ohne Deine Zustimmung. Du hast die Kontrolle. Deshalb sind wir bei unserer Produktentwicklung, der Datenerfassung, der Wahl unserer Partner oder den Politik-Gestaltungsprozessen, in denen wir mitwirken, der festen Überzeugung, dass Deine Daten Dir gehören − nicht uns.

 

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