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Mit dem Firefox Toolkit zur EU-Wahl ohne Online-Manipulation durch den Wahlkampf

Woran denken Sie zuerst, wenn Sie den Ausdruck ‘Online-Manipulation’ hören? Jetzt, im Vorfeld der EU-Parlamentswahl Ende Mai, denken Sie vermutlich zuallererst an Desinformation. Aber was ist mit technischen Mitteln und Wegen, um Wähler im Internet zu manipulieren? Obwohl sie immer populärer werden, gerade weil sie so schwer zu erkennen und dadurch besonders erfolgreich sind, kommen sie Ihnen vermutlich nicht als erstes in den Sinn. Ganz einfach, weil ihnen bisher kaum Aufmerksamkeit geschenkt wurde. Firefox geht dieses Thema ab heute an: Das ‘Firefox Toolkit zur EU-Wahl’ gibt nicht nur wichtiges Hintergrundwissen und Tipps – so aufbereitet, dass sie auch für Nicht-Techies problemlos verständlich sind –, sondern auch Tools an die Hand, um unabhängige Online-Recherchen und Entscheidungsfindungen zu ermöglichen. Und wer dann noch offene Fragen hat, dürfte mit der ersten Folge des neuen Firefox Podcast [a:web] versorgt sein, in der die bevorstehende EU-Wahl die Hauptrolle spielt.

Manipulation im Web: warum ‘Fake News’ nicht unser einziges Problem sind

Kaum ein Thema ist in den vergangenen Jahren so präsent in der öffentlichen Wahrnehmung gewesen, so umfassend in Alltag, Nachrichten und der Wissenschaft diskutiert worden und hat sich dabei dennoch so wenig entmystifizieren lassen wie Desinformation. Landläufig auch als ‘Fake News’ bezeichnet, versteht man darunter “im Internet, besonders in den Social Media, in manipulativer Absicht verbreitete Falschmeldungen”. Und gerade jetzt, so kurz vor den nächsten großen Wahlen Ende Mai, scheint das Thema wieder hochzukochen: Dem Eurobarometer der Europäischen Kommission zufolge sorgen sich 73 Prozent der Internetnutzer in Europa um Desinformation im Vorfeld EU-Parlamentswahl.

Was Studien allerdings auch belegen: Die öffentliche Debatte um Desinformation wird sehr ausführlich geführt, wodurch die ‘Bedrohung’ deutlich verstärkt wahrgenommen wird. Dass seit einiger Zeit immer mehr Initiativen gegen Desinformation und Fact-Checking-Akteure aus dem Boden sprießen – und auch die Politik eingreift –, dürfte einerseits dem Zeitgeist geschuldet sein, andererseits das Gefühl einzelner, permanent mit ‘Fake News’ konfrontiert zu sein und sich nicht alleine vor ihnen schützen zu können, verschärfen.

Zweifellos ist es wichtig, gegen Desinformation vorzugehen. Zudem sollten sich User, die sich im Internet beispielsweise über Wahlen und potenzielle Kandidat*innen informieren möchten, unbedingt eine kritisch-vorsichtige Recherchementalität aneignen. Schließlich finden plumpe Desinformationskampagnen nach wie vor statt und zeigen einige der Schattenseiten eines immer verfügbaren, globalen Internets auf; ihre Reichweite ist hoch und die Verbreitung erfolgt schnell. Aber: Zahllose Akteure, darunter Journalist*innen, Wissenschaftler*innen und andere Expert*innen sind sich inzwischen auch darin einig, dass die Auswirkungen von Desinformation äußerst begrenzt sind und klassische Nachrichten noch immer als primäre und zuverlässige Informationsquelle dienen. Damit ist die Manipulationsgefahr allerdings nicht gebannt; vielmehr dürfen wir die Augen vor neuen, mindestens ebenso problematischen Formen von Manipulation nicht verschließen, die in Medien und Wissenschaft noch deutlich weniger präsent sind. Die dafür dringend benötigte Unterstützung kommt ab heute von Firefox.

Ein Toolkit für gut informierte Wähler*innen

Tracking ist in der jüngsten Vergangenheit vor allem im Kontext von aufdringlicher Werbung, Big Data und der DSGVO Gesprächsthema gewesen. Zur Erinnerung: Wenn sie von einer Seite zur anderen surfen, können persönliche Nutzerdaten mithilfe von Skripten oder Widgets auf Webseiten gesammelt werden. Diese nennt man Tracker. Viele Menschen sind nicht glücklich darüber, dass durch Tracker gesammelte Nutzerdaten für Werbezwecke verwendet werden; oft ohne dass die entsprechenden Personen davon wissen (mehr dazu hier). Es gibt allerdings noch ein weiteres Problem, das bisher weniger eingehend diskutiert wurde: Die genannten Daten können auch für Manipulationsversuche eingesetzt werden, die ganz gezielt auf Gruppen oder Einzelne ausgerichtet sind. Wir finden, das sollte sich ändern – und dafür müssen deutlich mehr Leute davon erfahren.

Firefox setzt sich für ein offenes, freies Internet ein, das allen Menschen Zugang zu unabhängigen Informationen ermöglicht. Aus eben diesem Grund haben wir das ‘Firefox Toolkit zur EU-Wahl’ aufgesetzt: eine Webseite, auf der sich Nutzer*innen informieren können, wie Tracking und intransparente Online-Werbung ihr Wahlverhalten beeinflussen und mit welchen einfachen Mitteln sie sich davor schützen können – darunter Browser-Add-ons und andere Tools. Aber auch das Thema Desinformation und Antworten auf einfache organisatorische Fragen zur Wahl kommen nicht zu kurz. Das Toolkit ist ab heute online auf Englisch, Deutsch und (ab morgen) Französisch verfügbar. Um größtmöglichen Nutzen zu gewährleisten, ist es ohne besondere Vorkenntnis verständlich und für jede*n anwendbar. Das Toolkit enthält unter anderem:

  • Hintergrundinformationen dazu, wie Tracking, undurchsichtige Wahlwerbung und andere fragwürdige Online-Maßnahmen Menschen im Web beeinflussen – inklusive eines kurzen, leicht verdaulichen Videos.
  • eine Auswahl an Informationen zur Europawahl und die EU, allesamt aus zuverlässiger Quelle.
  • von Firefox speziell geprüfte und empfohlene Browser-Erweiterungen, die unabhängige Recherche und Meinungsbildung unterstützen.
  • die erste Folge des neuen Firefox Podcasts [a:web], in der sich alles um die EU-Wahl dreht.

Unabhängig entscheiden, wann immer es darauf ankommt

Selbstverständlich ist Manipulation im Web nicht nur in Zeiten großer politischer Abstimmungen relevant. Mit der bevorstehenden Parlamentswahl befinden wir uns allerdings in einer Ausnahmesituation, die konkrete Maßnahmen erforderlich macht – auch, weil ein höheres Interesse an der Wahl, den Programmen, Parteien und Kandidat*innen, als noch in den vergangenen Jahren zu erwarten ist: Immer mehr EU-Bürger*innen wird klar, wie wichtig die alle fünf Jahre stattfinde Parlamentswahl ist; die Ansprüche an die Parlamentarier*innen steigen; und zuletzt kommen auch in diesem Mai wieder zahlreiche Neuwähler*innen hinzu, für die Internetthemen eine wichtige Rolle spielen, die sich aber von Grund auf über die Wahl und das Drumherum informieren müssen.

Wir bei Firefox setzen uns dafür ein, dass alle Menschen die Möglichkeit haben, gut informierte Entscheidungen zu treffen. Dass technisches Detailwissen keine zwingende Voraussetzung ist, um unabhängige Informationen einzuholen. Und dass das Internet und alle seine Vorzüge jede*m offen stehen, ohne dass demografische Hintergründe das Erlebnis beeinträchtigen. Firefox fights for you.